Heiße Diskussionen auf dem 3. Fundraising Tag Baden-Württemberg

Der 3. Fundraising Tag Baden Württemberg verzeichnete trotz hoher Temperaturen einen Besucherrekord

Der 3. Fundraising Tag Baden Württemberg verzeichnete trotz hoher Temperaturen einen Besucherrekord

27. Juni 2011 – 33 Grad, die Sonne brennt heiß über Stuttgart. Und so komme ich schon CD-gerecht im Haus der Wirtschaft an: bergmoser+höller-rot im Gesicht. “Wir haben heute mit 160 Besuchern einen neuen Rekord”, freut sich Dorothea Schermer, die Veranstalterin. Wohltuend für alle PC-Nutzer im Saal: Selbst der Musterschüler Mac kann Schwierigkeiten machen und sich weigern, die erste Präsentation zu öffnen. Dann klappt es aber doch und Elke Edelkott von den Parkschützern erläutert, wie sich der Aufstand gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 finanziert.

Wer ausgeklügelte Fundraising-Instrumente erwartet, wird allerdings überrascht: Die zahllosen beteiligten Gruppen haben einfach bei jedem der vielen Events eine Spendendose dabei. Jetzt sollte man nicht glauben, das würde nicht ausreichen. Ein kleiner Blick auf das Chart “Struktur” (s. Bild) zeigt: Hier sind wirklich sehr viele Menschen in ganz unterschiedlichen Kontexten mit der Spendendose unterwegs. Frau Edelkott stellt einige der Gruppen vor, von “Yoga im Park” über das “Kopf-hoch-Team” bis zu Fledermausfachleuten ist alles dabei. Die ganze Struktur funktioniert basisdemokratisch – und trotzdem schnell und schlagkräftig. Gemeinsame Motivation aller Gruppen ist übrigens der Verlust des Vertrauens in die Entscheidungswege der Politik. Wäre doch auch mal ein schöner Ansatz zu überlegen, wie man das wieder herstellen kann.

Auf's Chart gebracht - So funktioniert der Protest gegen Stuttgart 21

Die Mittagspause findet oben unterm Glasdach statt. Nach drei Treppen und einem Temperaturanstieg von ungefähr 15 Grad ist es wieder da, das rote Gesicht. Das Netzwerken und Fundraiser kennenlernen macht aber trotzdem Freude, genauso das Nachmittagsseminar, in dem Dr. Marita Haibach wirklich interessante Tipps und Erfahrungen für Großspenderfundraising weitergibt. Auch hier geht es heiß her: Wie kriegt man die Lautenschlägers und Breuningers dieser Welt? “Eine Adressliste gibt’s bei mir nicht”, erklärt Marita Haibach vorsorglich. Schade. Aber auch ohne eine solche Liste ist viel möglich. Kernelement des Großspendenfundraisings ist – mal wieder – der Aufbau einer Vertrauensbeziehung. Wer dieses Vertrauen aufbaut und kultiviert, kann seine Großspender durchaus mal um Unterstützung für kompliziertere Anliegen bitten.

Zum Abschluss des 3. Fundraising Tages Baden Württemberg stehen die Experten des Tages an Thementischen für Fragen zur Verfügung und ein emsiger Austausch mit schwäbischem Einschlag findet statt. Selbst der Rückweg zum heiß umkämpften Bahnhof ist interessant – erste Diskussionen sind über Lautsprecher schon hörbar, jeden Moment kann die Montags-Demo losgehen. Vorher schnell ab in den gekühlten ICE. Diese Reise hat sich gelohnt – Regionale Fundraising-Treffs kann ich wirklich empfehlen.

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